Archiv 2005

22. November 2005

Der Verband unabhängiger Bestatter e.V. ist zutiefst entsetzt über die Vorgänge in Hamburg über die SAT 1 in Akte 05 „Die Leichenschänder“ in Verbindung mit dem Großhamburger Bestattungsinstitut berichtet hat.

Ein solches Verhalten ist durch nichts entschuldbar und wird hoffentlich von der Justiz entsprechend geahndet.

Leider haben wir mittlerweile feststellen müssen, dass die Zahl derartiger Vergehen gegen unsere Berufsethik immer weiter zunimmt. Pikanterweise jedoch nicht bei den kleinen oder mittleren Unternehmen, die überwiegend in Familienbesitz geführt werden, sondern größerer Unternehmen, deren Geschäftsführer sich wie im obigen Fall als Stellvertreter des Vorsitzenden im Verband deutscher Bestattungsunternehmer engagiert.

Zu den vornehmsten Aufgaben dieses Verbandes gehört es eine Ausbildung nach DIN-Norm bzw. als fachgeprüfter Bestatter einzufordern. Ethik und Pietät lassen sich aber nicht mit Fachzeichen oder „Funeral-Mastern“ erkaufen. Für einen Bestatter der diesen Beruf als Berufung versteht sind diese Dinge selbstverständlich.

Vielleicht sollte man erst einmal Ordnung in seinen eigenen Reihen schaffen, bevor man Forderungen an andere stellt, die seit Jahrzehnten gewissenhaft und pietätvoll ihren Verpflichtungen den Angehörigen gegenüber nachkommen.

Wir der Verband unabhängiger Bestatter e.V. werden unseren Teil zur Information innerhalb der Bestattungsbranche leisten, und abseits jeglicher Verbandsinteressen, zur Aufklärung in der Öffentlichkeit beitragen.

Messerückblick Devota 2005 vom 18. - 20. November
in Ried/Oberösterreich

Mit über 100 Ausstellern war die Fachmesse „Devota“ ein absolutes Highlight der diesjährigen Fachmessen im Bereich der Bestattung.

Die Messe zeichnete sich besonders durch innovative Ideen und ein sehr breites Ausstellerangebot aus.

Es gab einige interessante Neuheiten z.B. die Sarg- und Urnendekoration der Firma Via Decosa, die in Verbindung von konservierten Pflanzen und textiler Elemente eine neue Form der individuellen Bestattung ermöglichen.

Auch im Kremationsbereich gibt es neue Impulse. Der Leiter der Feuerhalle Salzburg stellte sein neues Konzept und die bereits abgeschlossenen Umbaumaßnahmen vor.
Interessant war dabei besonders die neu gestaltete Zeremonienhalle in der mit Licht, Musik und Farbe neue Akzente gesetzt werden, verbunden mit der Hoffnung das diese in Zusammenarbeit mit den Bestattern angenommen werden.

Die Firma Peka-Verlags GmbH die man er als Hersteller von Trauerdrucksachen kennt, stellte ein neues Produkt wetterfester und lichtechter Grab- und Sargtücher aus, die sich unter anderem. für frische Gräber eignen wenn z.B. auf Kranz- und Blumenspenden verzichtet wurde. Auch bei den Urnenherstellern gab es einiges zu sehen.

Die Firma Urnica stellte individuell gefertigte Urnen aus Keramik die alle handgefertigt und zum Teil mit Blattgold verzierten Ornamenten einen sehr exklusiven Anspruch haben.

Etwas bodenständiger präsentierte sich die Firma Art Peter deren Hauptaugenmerk auf die Vergänglichkeit des Urnenmaterials ruht. Weg vom Stahl hin zu vergänglichen Materialien, die umweltfreundlich im Boden abgebaut werden und trotzdem einem künstlerischen Anspruch genügen.

Stark frequentiert war auch der Messestand der Bestattungsfinanz. Sehr viele Kollegen haben mittlerweile die Notwendigkeit des Factoring für ihre Unternehmen erkannt. Dieses Thema wurde sehr häufig auf unserem Messestand angesprochen und es besteht hoher Informationsbedarf.

Die jüngste Ausstellerin vertrat die Firma HDK, die im Bereich Bedruckung Spezial-Drucker zur Herstellung von Kranzschleifen, aber auch Beschriftungssysteme für Särge, Urnen oder Holzkreuze anbot.

Als wahrer Magnet für die weiblichen Messebesucher entpuppte sich der Stand von The Black Label Company die mit seriöser und eleganter Trauerbekleidung neue Impulse setzte.

Die Grabottilie aus Edelstahl ist ein interessantes Produkt zur Grabpflege. Alle Dinge wie zb. Vase ,Hacke ,Rechen oder faltbare Giesskanne werden in den verschliessbaren Behälter gelegt der dann abgeschlossen wird.

Alle beteiligten Aussteller präsentierten Ihre Produkte und Dienstleistungen mit grossem Engagement und aufwendiger Gestaltung. Besonders möchten wir jedoch Bernhard Müller erwähnen, der sein Buch „Erlebnisse eines Totengräbers“ vorstellte. Ein absolut authentischer und liebenswerter Zeitgenosse, der mit seinem schnörkellosen Schreibstil, die Dinge auf den Punkt bringt.

Die Besucher aus Österreich und Deutschland die unseren Stand besuchten, waren sehr empört über den aktuellen Bericht des Senders SAT1 über die Vorfälle in Hamburg. Einigkeit bestand darin in solchen Fällen die betreffenden Firmen auch in der Öffentlichkeit zu benennen, um einer Pauschalverurteilung aller Bestatter die ihre Arbeit ordentlich leisten eine Absage zu erteilen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei dem Ausrichter der Impuls Messegesellschaft und ihrem Chef Herrn Rudolf Kleewein für die hervorragende Organisation und den reibungslosen Ablauf. Leider ließ der Besuch der Messe etwas zu wünschen übrig, was massgeblich an den extrem schlechten Witterungsbedingungen lag und viele interessierte Besucher abgeschreckt haben dürfte.

 

Bestatten will gelernt sein

Bei Messebesuchen und auch in unserer Geschäftsstelle führen wir zum Teil recht kontroverse Gespräche über (Un)Sinn der Ausbildung zur Bestattungs-
fachkraft. Einige Kollegen haben bereits einen Auszubildenden zur Bestattungs-
fachkraft ausgebildet.
Nachfolgend daher einen Erfahrungsbe-
richt eines Ausbilders und seine Sicht der Ausbildungszeit.
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Mehrwertsteuersenkung für das Hotelgewerbe - warum nicht auch für Bestattungen?

Diese Frage so kurios sie klingen mag, hat durchaus einen berechtigten Hintergrund. Warum gewährt man dem Beherbergungsgewerbe eigentlich einen Mehrwertsteuersatz von 7%, im Gegensatz zu unseren Auftraggebern, die 19% zahlen müssen?

Immerhin ist es Angehörigen nicht möglich sich bei Aufwendungen für eine Bestattung zu entziehen und diese sind oftmals nur unter Schwierigkeiten in der Lage, die finanzielle Belastung zu tragen.

Betrachten wir die Sache doch mal ganz sachlich: Durch den Wegfall des Sterbegeld im Jahre 2004 ist die finanzielle Situation bei vielen Auftraggebern im Sterbefall ziemlich angespannt, was gerade in unserer Branche deutlich zu spüren ist und auch zu einer Steigerung bei den Billigbegräbnissen geführt hat.  Gab es bis 2004 noch einen Zuschuss  von der Krankenkasse in  Höhe von 525,00€ für Mitglieder und 262,50€ für familienversicherte Angehörige, können sie heute nur noch als Sonderausgaben bei der Steuererklärung berücksichtigt werden und dies auch nur wenn der Nachlass des Verstorbenen die Bestattungskosten nicht decken würde.
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